Landshuter Hochzeit: Rezepte zum Nachkochen

Die herzogliche Hofküche: Frauen und Männer bereiten mittelalterliche Speisen nach Originalrezept zu und verköstigen so die Mitwirkenden der Landshuter Hochzeit und freilich auch sich selbst. Foto: Landshuter Hochzeit

Tomaten, Kartoffeln, ausgefallene Gewürze – das alles gab es damals im Jahr 1475 noch nicht, als Georg der Reiche die Königstochter Hedwig von Polen zur Frau nahm. Freilich gab es bei der prunkvollen Landshuter Hochzeit, die noch heute alle vier Jahre nachgefeiert wird, trotzdem reichlich zu Essen.

323 Ochsen, 1537 Lämmer, 11500 Gänse, 194345 Eier und 220 Zentner Schmalz wurden beim großen Mittelalterfest unter anderem verspeist. Damit die Hochzeit, die heuer von 30. Juni bis 23. Juli begangen wird, möglichst authentisch ist, wird auch heute ausschließlich mit den Zutaten gekocht, die es im Mittelalter bereits gab.

Die fleißigen Köche der original Landshuter Hofküche haben uns drei feine Rezepte zum Nachkochen verraten, die sie heuer auf dem Festgelände zubereiten werden:

Mürbeteig-Krapfen:

1 Pfund Mehl (450 Gramm)
2 Eier
100 Gramm Butter
1 Prise Salz
125 Gramm Zucker
1 Zitrone abgerieben
1/4 Liter Milch
2 Teelöffel Backpulver

Alles zu einem festen Teig verkneten, dann Masse mit einem Teelöffel abstechen und in heißem Fett hellbraun backen.

Krumme Krapfen: 

150 Gramm Mehl
150 Gramm würziger Käse
3 Eier
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
Schweineschmalz

Den Käse grob reiben und mit dem gesiebten Mehl vermischen. Die Eier dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig würzen. Alles zu einem festen Teig verkneten. 20 Minuten rasten lassen. Danach den Teig in gleichmäßige Portionen teilen, diese zu gleichmäßigen Röllchen formen (1 Zentimeter dick und 12 Zentimeter lang) und zu kleinen Hufeisen biegen.

Das Schmalz in der Pfanne erhitzen und die Krapfen darin goldbraun herausbacken und anschließend auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. Die krummen Krapfen mit einem Schälchen fruchtiger Soße oder mit einem pikanten Dipp servieren.

Bigos:

Das polnische Nationalgericht hat es bereits im Jahr 1475 gegeben und es ist anzunehmen, dass es die Königstochter  bei ihrer Reise von Krakau nach Landshut mehrmals genossen hat. Bestimmt lies sie es sich auch später in Landshut regelmäßig zubereiten, um wenigstens eine kulinarische Erinnerung an ihre Heimat zu haben.

Speck
Schweinefilet
Zwiebeln gehackt
Krakauer Wurst oder Polnische
Weißkohl
Sauerkraut
Steinpilze
Tomatenmark
Dörrpflaumen
Knoblauch
Kümmel
Rosenpaprika
Majoran
Pfeffer
Lorbeerblätter
Weißwein
Brühe

Speck und Schweinefilet in Würfel schneiden und zusammen mit der gehackten Zwiebel kräftig an. Dazu gibt man die in Scheiben geschnittene Krakauer Wurst sowie grob geschnittenen Weißkohl. Anschließend rührt man Sauerkraut, geschnittene Steinpilze, Tomatenmark, geschnittene Dörrpflaumen, die zerdrückte Knoblauchzehe, Kümmel, Rosenpaprika, Majoran, Pfefferkörner und Lorbeerblätter hinzu.

Dann kommen Weißwein und Brühe hinzu, sodass alles praktisch wie eine Suppe aussieht. Nun muss das Ganze mehrere Stunden schmoren bis das Fleisch schön weich ist.

Das Gericht kann danach immer wieder aufgewärmt werden und schmeckt nach jedem Mal noch besser. Dazu schmeckt ein kräftiges Bier oder sogar ein kleiner Wodka.

Der Name Bigos heißt soviel wie „Zweimal Geschmack“. Das bezieht sich auf die beiden Hauptzutaten: Weißkohl und Sauerkraut.

Smacznego. Guten Appetit. 

Alle Infos zur großen Landshuter Hochzeit, Programm und Tickets gibt es hier.

 

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