Eine Band ohne Musiker

Manchmal braucht man kein Talent. Manchmal braucht man einfach nur eine gute Idee. Und eine Hand voll Rampensäue

Text: Carolin Nuscheler

Als bekennende Faschingsnärrin war ich schon auf vielen verrückten Feten. Es gibt da aber einen Ball, der ist noch bekloppter, als alle anderen. Der Fuchsbauball in Kinsau, jedes Jahr am rußigen Freitag. Das Highlight: Die Band.

Profi-Musiker waren zu teuer, ein DJ auch. Eine einzelne Person, die auf der Bühne in einen Bildschirm starrt und ein bisserl mit dem Kopf nickt, ist aber eh zu fad. Die Fuchsschwanzfreunde wollen eine Show. Also beschließen fünf der tollkühnen, jungen Dorfleute im Jahr 2012, eine eigene Musikgruppe zu gründen, die am närrischen Ball alles gibt. Dumm nur, dass kaum einer von ihnen ausreichend ein Instrument beherrscht. Nur der Schlagzeuger kann schlagzeugen und der Sänger singen. Egal.

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Gitarre, Bass, Keyboard – jeder von ihnen schnappt sich ein Instrument, das ihm gefällt, und rockt die Bühne. Die „Foxtails“ spielen alles. Rock, Pop sowie Schlagerhits über die weißen Rosen aus Athen und fern griechischen Wein.

Stargäste beim Fuchsbauball

Sänger Christoph springt dabei immer wieder in neuen Outfits und mit Perücken über die Bühne. Britney Spears, Elton John, Lou Bega ­– alle treten beim Fuchsbauball in Kinsau auf. Und die Ballgäste? Die flippen aus. Obwohl die Musiker gar nicht spielen.

Die „Foxtails“ sind eine Playback-Band. Die einzig wahre Playbackband. Die Musiker stehen und sitzen in schillernden Kostümen auf der Bühne, hauen in die Tasten, dreschen ins Schlagzeug, zerren an Saiten. Und sehen dabei aus wie Profis. Es soll sogar vorkommen, dass Ballgäste erst nach Stunden kapieren, dass die Musik aus der Dose kommt.

Die Show aber, die ist live. Und die geht ab. Die Foxtails machten aus der Not eine Tugend. Und werden auch in diesem Fasching wieder dafür gefeiert. Zu Recht. Auch von mir.

 

 

 

 

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